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Eine Reise in die Oberlausitz........

Viel Vorbereitungen bedurfte es, eine Turn- und Historische Reise des TGS in die Region zu machen, „wo die Sonne in Deutschland zuerst aufgeht“. Damit ist natürlich der östliche Zipfel der Republik gemeint. Um das und anderes zu erleben, mußte man am Mittwoch, den 13. September früh aufstehen um mit dem Bus die weite Reise antreten zu können. 62 (!) Personen hatten den Reisebus bis auf den letzten Platz gefüllt und erste Station war die über 1300 Jahre alte und ehrwürdige thüringische Kreisstadt Arnstadt. Hier wurde Rast und ein kurzer Besuch in der Johann-Sebastian-Bach-Kirche gemacht, denn Bach wirkte hier als junger Mann und spielte auf der Wenderorgel. Die Fahrt ging weiter zu unserem Zielort Reichenbach. Die Gegend um Bautzen ist auch die Heimat der Sorben, einer Volksgruppe, die unter schwierigen Bedingungen immer ihre Identität bewahren konnten. So werden in dieser Gegend die Straßenschilder immer zweisprachig dargestellt. Trotz überwiegender evangelischer Bürgerschaft ist die sorbische Minderheit streng katholisch. Bautzen liegt an der Spree und ist die „Stadt der Türme“. Nach der Wende wurde sehr viel in die Wiederherstellung der alten sächsischen Barockstadt investiert. Unrühmlicher bekannt ist das berüchtigte Gefängnis, wo zu allen politischen Systemen unbequeme Bürger schikaniert wurden. Dieser Besuch ist sehr bedrückend. – Weltberühmt hingegen ist der „Bautzner Senf“.

Die östlichste Stadt Deutschland ist Görlitz. G. war früher eine Kreuzung wichtiger Handelsstraßen, der „Via Regia“ und der „Via Sacra“, alles Straßen, die nach Schlesien führten. Die Stadt ist auch die Stadt der Eisenbahnwaggonherstellung und der Fleecestoffe. Jeder Wintersportler, Wanderer u.a. kommt mit ihnen in Berührung. Die Stadtführer führten uns zum „Heiligen Grab“ und später zur Kirche St.Peter und Paul, einer fünfschiffigen., spätgotischen Hallenkirche mit einer berühmten Besonderheit. Hier befindet sich eine sogenannte „Sonnenorgel“(eine außerordentliche Bauart einer Orgel), deren Klang ein großes Ereignis unserer Reise war. Sie wurde am 24.Juni 2006 nach mehrjähriger Restaurierung komplett erneuert und eingeweiht. Ein „Stadtwächter“ nahm uns in Empfang, zeigte uns die Renaissancehäuser im mittelalterlichen Görlitz und wußte manche lustige Begebenheit aus dieser Zeit. – Der dritte Tag führt uns über Cottbus, übrigens einer wichtigen Stadt des Sports mit Olympia-Stützpunkt für Radfahrer, Boxer, Turner, Leichtathleten u.a., zum Schloß Branitz. Interessant der großzügig angelegte Park mit vielen Kuriositäten, die man gar nicht vermutet hätte. So findet man hier Pyramiden, eine sogar in einem See, gleichzeitig die Grabstätte des Fürsten von Pückler (er hat das Schloß und die Parkanlage geschaffen) und seiner Gemahlin.–Danach begaben wir uns zu einem Höhepunkt der Reise nach Lübbenau.

Wenn man im Spreewald ist, ist eine Kahnfahrt unerläßlich. Drei Kähne wurden angemietet mit je einer Kahnfahrerin in landesüblicher Tracht. Das Wetter spielte die ganze Zeit mit, es war ein Erlebnis. Ein weiters sind die berühmten Spreewälder Gurken, die in Hülle und Fülle angeboten werden. – Vor der Wende wurde in der Lausitz ein Verbrechen an der Natur begangen. Zu DDR Zeiten wurde ohne Rücksicht auf irgendwelche Verluste der Energiehunger durch rigorosen Abbau der Braunkohle in der Gegend eine Mondlandschaft hinterlassen. Nach der Wende wurden die unrentablen Tagebauanlagen renaturiert, man schafft künstliche Seen von beachtlicher Größe. Hier entstehen blühende Landschaften.

Am vierten Tag ist ein Ausflug in das Zittauer Gebirge vorgesehen. Vorher sehen wir uns Zittau an. Einmalig in Europa sind hier die „Fastentücher“ zu bestaunen, 1472 geschaffen.

Unser Reisebegleiter zeigt uns die herrliche Gegend des Zittauer Gebirges mit den typischen „Umgebindehäusern“ in den Ortschaften. Neben vielen interessanten kleinen Städtchen und Dörfern, bietet der Ort Waltershausen eine Sportschule für Langläufer und Kombinierer, von hier stammt Olympiasieger René Sommerfeld. – Die Gegend lädt ein zum Wandern auch zum Besuch der Nachbarländer Polen und Tschechien. Dazu hat unsere Zeit nicht mehr gereicht, aber geschnuppert hat jeder und überlegt eventuell mal eine Urlaub hier zu verbringen.

Dank an die Organisatoren und .........auf ein Neues.  WoBo