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„HARZfahrt“ des TGS

 Mitte Sept. 2003 war es soweit, ca 70 Reiselustige machten sich auf, einer der schönsten Landschaften Niedersachsens + Sachsen-Anhalts , den HARZ, zu erkunden. Der Harz ist ein typisches Mittelgebirge mit seiner höchsten Erhebung nördlich der Alpen, dem Brocken 1142 m über NN. Erste Anlaufstation war die alte Kaiserstadt Goslar. Im Mittelalter genoß Goslar aller größten Reichtum, man fand in der Nähe am Rammelsberg Silber und andere Erze, das die Stadt zur „Schatzkammer Deutscher Kaiser“ machte. Sehenswert die „Kaiserpfalz“ (Romanik), wo die sogenannten Reisekaiser richtig Politik machten.- Die Altstadt mit ihren malerischen Marktplatz lädt zum Verweilen ein.

Eine der schönsten erhaltenen und nach der Wende mit hohem Aufwand wieder instandgesetzte Fachwerkhäuser findet man in Quedlinburg, das zum Weltkulturerbe zählt.

QLB hat eine lange Geschichte, Heinrich I. baute eine gewaltige Burg, Otto I. gründete auf dem Burgberg ein Frauenstift, Otto III. verlieh das Münz-, Zoll- und Marktrecht, es kam zu Wohlstand in der Stadt, „Stadtluft macht frei“ hieß es damals. Am Fuße des mächtigen Schloßberges, auf dem sich das und die Stiftskirche St. Servatius erheben, schlängeln sich die von hübschen Fachwerkhäusern gesäumten Gassen dieser Stadt. Sie hat sich dadurch das Stadtbild des 17.Jhdts. bewahrt. 1724 wurde hier der Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock geboren. Sehenswert die Feininger Galerie mit Zeichnungen  + Aquarellen des expressionistischen Malers Lyonel Feininger (1871 – 1956).

Mit dem Bau der Stiftskirche St.Servatius begann man 1060, erst 60 Jahre später wurde sie eingeweiht. Hier findet man die Sarkopharge König Heinrich I. und seiner Gemahlin Mathilde. In der Sakristei sind Domschatz und Handschriften des Adelheid Evangeliars aufbewahrt.

1759 wurde Johann Christoph Guths-Muths in QLB geboren, er wurde Lehrer u.a. für Leibeserziehungen, schrieb Bücher „Gymnastik für die Jugend“ und setzte sich für das Erlernen des Schwimmens ein.

Nächster Anlaufpunkt: THALE – Hexentanzplatz. Ein heidnischer, von unseren Vorfahren (u.a.Germanen) begehrter Platz zum feiern. Heute noch treffen sich in der Walpurgisnacht (30.04 auf 01.05.) meist junge Leute aus der gesamten Republik, um ausgiebig zu feiern.

Viele Mythen und Sagen umgeistern diesen Platz, z.T. werden sie in landschaftlich einmaligen Freilichtbühne, dem „Harzer Bergtheater“, dargestellt. Z.B. Goethes „Faust“.

Goethe ließ sich zu diesem Werk auf seiner „Harzreise“ maßgeblich inspirieren.

Die höchste Erhebung im Harz ist der BROCKEN (1142 m hoch). Auch er ist ein sagenumwobener Schauplatz des Hexensabbats. Man kann den Brocken „erwandern“ oder mit der Harzquerbahn, einer Schmalspurbahn, erklimmen. 1897 fuhr die erste Bahn zum Brocken hinauf. Heute bringen nostalgische Züge, allerdings mit technisch hochmodernen Dampflokomotiven, die Gäste zum Gipfel. Bei guter Sicht kann man weit ins Land schauen.

Clausthal-Zellerfeld ist die alte Hauptstadt des Harzer Bergbaus. Neben dem Oberharzer Bergwerksmuseum findet man hier eine der größten Holzkirchen Europas, die 1642 aus  Holz gebaute Pfarrkirche Zum hl.Geist.

In Hahnenklee findet man die einzige Stabkirche Deutschlands. Sie ist als „Gustav-Adolf Kirche“, als evangelisches Gotteshaus 1907/1908 nach nordischem Stil und nach Vorbildern von Wikingerschiffen erbaut worden. Viele maritime Einzelheiten sind in der Kirche integriert.

Ein Abstecher in die wunderschöne Stadt Wernigerode ist ein Muß. Hier trifft man auf dem Marktplatz auf das aus der 1.Hälfte des 16.Jhrt. stammende Rathaus mit zwei spitz zulaufenden Türmchen, einer zweiläufigen Treppe mit vielen Holzschnitzereien. Sehr gepflegte Fachwerkbauten zieren die Straßen.

In Goslar steht das Reiterdenkmal Barbarossas vor der Kaiserpfalz, wir begegnen Kaiser Rotbart auf der Rückfahrt unserer Reise im Kyffhäuserdenkmal. Von Kriegervereinen von 1890-1896 erbaut, steht es trutzig 81 m hoch in der Landschaft. Barbarossa sitzt unten in roten Sandstein gehauen und wartet auf bessere Zeiten.

In Bad Frankenhausen steht auf einer Höhe des Schlachtenbergs (Bauernkrieg) ein monumentaler Rundbau. Hier findet man ein gewaltiges Rundgemälde von 123 m Länge und 14 m Höhe. Dargestellt ist u.a. der Bauernaufstand mit seinem Anführer Thomas Müntzer, verschiedene Allegorien mit 3000 (!) Bildfiguren. Prof. Tübke und Kunststudenten der Universität Leipzig haben 10 Jahre gebraucht, das Rundgemälde fertig zu stellen.

Dann ging es direkt wieder zurück in die Pfalz. Eine Reise mit vielen neuen Eindrücken wird allen noch lange im Gedächtnis bleiben.

Wolfgang Booß