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WIR waren in Dresden und Umgebung
„WIR in Dresden“ hieß das Motto der diesjährigen Kulturfahrt des TGS, die von Ursel Bang, Rudolf Weber und Wolfgang Booß vorbereitet wurde. Um es vorweg zu nehmen „WIR in Dresden“ vom 07.bis
10.Sept. 2000 war, nach allgemeinen Tenor der Mitreisenden, ein Erlebnis. Dresden – nach der Wende eine sehr schnell aufstrebende Stadt, die Landeshauptstadt Sachsens, bietet für viele Interessengruppen etwas
und so war für die 72 Mitfahrer für jeden sein Highlight dabei. Nach der Anreise und Quartiermachung im Hotel, ging es abends in die Semperoper. Das Ballett „Giselle“, meisterlich aufgeführt, war der
Höhepunkt des Donnerstagabends. Keine Stadtreise ohne Führung. Zwei Damen der Dresden-Werbung und Touristik GmbH, zeigten uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, so z.B. den Zwinger, Schloß, Brühlsche
Terrassen, Hofkirche, Fürstenzug, Schinkelwache, Brücke über die Elbe „Blaues Wunder“, Goldener Reiter, Elbschlösser u.v.a.m., mit dem entsprechenden geschichtlichen Hintergrund. Maßgeblich geprägt
wurde die Stadt unter der Herrschaft August II. oder auch August der Starke, Kurfürst von Sachsen und gleichzeitig auch König von Polen. August der Starke regierte von 1694 bis 1733 in Sachsen und brachte Dresden
zur berühmten Barockresidenz. Viele adlige, pompöse Feste wurden im Schloß und Zwinger gefeiert und ob der üppigen Lebensweise des absoluten Herrschers, sagt man ihm 354 Nachkommen nach. (Nach heutigen
Gesichtspunkten würde man dafür zeitweise ca 1,5 Mio DM/Jahr Kindergeld kassieren). – Eine seiner Mätressen war die Gräfin Cosel, verlor aber die Gunst des Kurfürsten und wurde auf die Burg Stolpen
verbannt. Nach ihr ist das wunderschöne wieder erstandene Cosel –Palais benannt. Diese Palais befindet sich direkt neben der Frauenkirche. Bekanntlich wird dieses Wahrzeichen Dresdens über Spenden finanziert
und wir hatten Gelegenheit, den Beginn des Wiederaufbaus und den Fortschritt der Bauarbeiten per Video im Untergewölbe der Kirche mitzuerleben. Die Kirche soll 2005 in alter Pracht ihrer Bestimmung übergeben
werden. Wer wollte, konnte die Mittagsstunde für den Besuch des Albertinums mit der Gemäldegalerie oder dem weltberühmten „Grünen Gewölbe“ nutzen. Der Nachmittag war dem Besuch des barocken
Jagdschlosses August des Starken, „Schloß Moritzburg“ , gewidmet. Kapitale Elchschaufeln, Rothirschgeweihe, Gemälde, Porzellanvasen ... lassen die Gedanken in die Vergangenheit schweifen und geistig
teilnehmen an den prächtigen Kulissen für prunkvolle Feste. Heute übrigens wieder für Musik- und Theatervorstellungen benutzt. Genug von Dresden wäre weit untertrieben, aber die wundervolle Umgebung reizt,
zumal Kurfürst -, Königs-, nein Kaiserwetter uns nach Bad Schandau, der letzten deutschen Stadt vor der tschechischen Grenze, einlud. „Herbstmesse“ lasen wir auf Transparenten in den kleinen Gäßchen von
Bad Schandau. Pfälzer Wein vom Faß gab´s zu kaufen und auf die Frage: „Aus welcher Gegend der Pfalz kommt der Wein?“ , war die lapidare Antwort eines fröhlichen Sachsens: „Aus Deutschland“, na
ja, es gab ja auch noch Bier und andere Getränke. Die Besichtigung der Festung „Königsstein“, einer großen Befestigungsanlage auf einem Plateau, war quasi Pflicht. Mittels Aufzug war das bei den
Temperaturen kein Problem und so konnte jeder den herrlichen Blick von der Feste weit ins Land und den Lauf der Elbe, bis hin zum Elbsandsteingebirge schweifen lassen. Von der Schiffsanlagestelle Königstein fuhren
wir elbeabwärts mit einem Original Dampfschiff – Raddampfer nach Pirna. Entlang der Felshänge des Elbsandsteingebirges konnte man seinen Gedanken nachhängen. Der Bus brachte uns nach Pillnitz, um den
schönen Schloßgarten mit Schloß Pillnitz zu genießen. Eine weltberühmte Rarität ist hier im Schloßgarten zu besichtigen, der Welt größte Kamelie, aus Asien eingeführt, 1773 in Pillnitz gepflanzt. Zum
Schutz gegen Kälte wird sie mit einem fahrbaren Glashaus geschützt. – Abends war uns ein Gewölbe des Sophienkellers unterhalb des Taschenbergpalais in Dresden vorbehalten, um bei einem reichhaltigen
„Klosterbuffet“, unterstützt vom Getränkeservice von Mägden bedient, die Reise langsam ausklingen zu lassen. – Sonntag, 10.Sept. 2000, hieß es Abschied zu nehmen von Dresden. Eine lange Rückreise
von Ost nach West bestand uns zuvor, aber in Erfurt, der Landeshauptstadt Thüringens , wurde noch mal „in Kultur“ gemacht. Der Erfurter Dom mit seiner 70(!) stufigen Treppe lud zur Besichtigung ein, ebenso
war die Krämerbrücke einen Besuch wert. Eine Reise in die Barockstadt Dresden, die ja auch oft „Elbflorenz“ genannt wird, lohnt sich, unsere Reise „WIR in Dresden“ hat sich gelohnt.
Wolfgang Booß
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